Es gibt manche Dinge im Leben, die kann man ändern, andere scheinen wie in Stein gemeißelt.
Etwas was sich ständig ändert ist zum Beispiel die Sortierung in dem Supermarkt, in dem ich gewöhnlich einkaufe. Sobald ich mir die Lage der winzigen, kleinen Frischhefepäckchen gemerkt habe, kann ich sicher sein, dauert es nicht mehr lange, bis diese nicht mehr neben der Milch, sondern ab sofort neben der Butter / über dem Joghurt / hinter dem Frischkäse / vor der Sahne … platziert wird und ich eine gefühlte Ewigkeit suchen muss, weil das Personal, das ich fragen könnte, eingespart, krank oder bei der Flaschenannahme beschäftigt ist.
Für die zweite Kategorie der scheinbar unveränderlichen Tatsachen, denke man nur daran, wie das Wetter jedes Jahr im Sommer pünktlich zum ersten Ferientag der Schulferien die Tatsache bestätigt, dass Deutschland in einer Region der Sommerregenzeit liegt. Da ist nichts dran zu machen, wochenlang vorher kann es noch so schön sein. Vielleicht hat hier die Lobby der Reisebürobesitzer gemeinsam mit der FDP auch ganze Arbeit geleistet.
In einem mir nahen Umfeld versuche ich nach zwei Jahren unermüdlichen Korrigierens eine Gewohnheit zu ändern und scheine dabei jedoch gegen Windmühlen zu kämpfen: In dem Büro, in dem ich arbeite gibt es an mehreren Stellen Teeküchen, die hauptsächlich dazu dienen, frisches Obst zu waschen, den Kühlschrank mit Lebensmitteln zu befüllen und diese erst nach Haarwuchs auf denselben von anderen wieder entnehmen zu lassen und natürlich zum Tee- und Kaffeekochen. Als Service befindet sich in jeder dieser Küchen eine Spülmaschine, die das auf der Spülmaschine abgestellte dreckige Geschirr und Besteck spülen könnte. Das Einräumen, könnte man den Kollegen noch zumuten, zum Ausräumen hat die Firma aber Personal angestellt, die sich insgesamt um die Reinhaltung des Gebäudes kümmern.
Um mein Problem zu schildern, muss ich etwas ausholen: die vorhandene Spülmaschine hat einen Besteckkorb, der quer über der Tellerablage einzusetzen ist. Nur dann ist der Korb auch wirklich vorne, direkt hinter der Tür. Das Reinigungspersonal räumt jetzt Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr die Spülmaschine aus und setzt den Korb parallel zur Tellerablage so ein, dass der Korb in der Mitte der unteren Schublade positioniert ist und quasi verschwindet, wenn man die Tür nicht bis zum Boden öffnet und die Schublade herauszieht.
richtig: ü falsch: Ð
Wenn ich mich selber einordnen müsste, würde ich sagen: ich bin ein Accessoire-Typ. Ohne Ketten oder Tücher/Schals, am liebsten beides gehe ich nicht aus dem Haus. Wenn ich jetzt im Büro auch nur einen Löffel oder ein Messer in die Spülmaschine räume, hängt regelmäßig meine Kette, mein Tuch oder mein Schal in dem dreckigen Geschirr der lieben Kollegen, oder ich halte mit einer Hand all die gefährdeten Dinge zurück und schon fehlt mir eine Hand, um die Schublade herauszuziehen, das Besteck in den Korb zu stecken und den Teller einzuräumen. Es nervt!
Seit Tagen, Wochen, Monaten und mittlerweile zwei Jahren setze ich nun den Korb an die richtige Position, immer in der Hoffnung, dass das Personal, das die Spülmaschine im frühen Morgengrauen, wenn ich noch nicht da bin, ausräumt, es irgendwann übernimmt und den Korb auch wieder in der dafür vorgesehenen Weise wieder einsetzt. Noch nie ist das passiert!
Glauben Sie mir, geschätzte Leserschaft, irgendwann stelle ich den Wecker auf fünf Uhr morgens und liege im Büro auf der Lauer, nur um der Dame / dem Herrn das Körbchen um den schmalen Hals zu wickeln und es anschließend mit Sekundenkleber an die richtige Position in der Spülmaschine zu kleben!
Aber andererseits: um so früh aufzustehen, war ich bisher immer noch zu müde.
Ha, ha, das kenne ich . Nur dass es bei mir zuhause auch dann passiert, wenn der besteckkorb an der richtigen stelle ist. Nur weiter so. Wo bleibt die hochzeitsstory?
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